Seit 1996 beschäftige ich mich mit dem Internet. Zu einer Zeit als das Internet noch nicht in aller Munde war. Angefangen hat es mit der Erstellung eines Intranet’s und einer Firmen Homepage. Mit steigenden Anforderungen habe ich dann eigene kleine Redaktionssysteme (heute sagt man Content Management Systeme) entwickelt. Als Basis für die Entwicklung nutzte ich PHP in Kombination mit einer mySQL Datenbank. PHP ist noch heute meine bevorzugte Sprache im Web. Mittlerweile sind diese Werkzeuge jedoch längst nicht mehr im Einsatz. Wir nutzen leistungsfähige Standard Content Management Systeme (CMS).
Doch nur wer in der IT Branche flexibel ist und sich den ständig wechselnden Anforderungen anpasst bleibt dabei. Meine hauptberufliche Beschäftigung mit dem Internet habe ich beendet und bin bei meinem Arbeitgeber Atos mittlerweile im Application Engineering Umfeld tätig. Ich betreue u.a. die Einführung verschiedener globaler Tools in Deutschland. Damit kommen neue interessante Aufgaben auf mich zu. Nebenbei beschäftige ich mich weiterhin mit dem Internet und betreue dabei einige kleine Websites und ein Blog. Mein bevorzugtes Werkzeug ist dabei WordPress, ein Weblog System das auch sehr gut für die Verwaltung von Websites eingesetzt werden kann.
Web 2.0 für die Website
Der Begriff Web 2.0 geistert durch die Branche. Das Internet ist im Wandel. Komplett neue Technologien entstehen und damit ganz neue Möglichkeiten für Anwendungen im Netz. Doch was verbirgt sich dahinter oder besser gefragt was bringt uns das? Bei Web 2.0 geht es um Services und nicht mehr um Anwendungen. Das ist der entscheidende Unterschied. Eine Website bietet ein Grundgerüst und bindet Informationen aus verschiedenen solchen Services ein. Als Basis kann z.B. ein beliebiges CMS eingesetzt werden. Die Auswahl hängt von den speziellen Anforderungen der Zielgruppe ab. Ich verwende gerne WordPress, eigentlich eine Weblog Software mit der aber auch kleine Websites erstellt werden können. Sehr schön wenn auch ein redaktioneller Bestandteil dabei sein soll.
Aufbauend auf dieser Basis lassen sich verschiedene Web 2.0 Services in eine Website integrieren. Google Maps bietet die Möglichkeit eine Anfahrtsskizze einzubinden. Über Picasa Webalben können Fotos eingebunden werden ohne dass diese auf dem eigenen Server gespeichert werden. Das gleiche Verfahren funktioniert auch mit Videos über YouTube. Über venteria lässt sich eine Terminverwaltung integrieren. Umfragen können über polldaddy erstellt werden. Admidio ist eine wunderbare Mitgliederverwaltung die als Intranet für Vereine genutzt werden kann. Es gibt eine Vielzahl von Beispielen mit denen die eigene Website aufgewertet werden kann.
Für ein Intranet (eine geschlossene Benutzergruppe) ist auch der Ansatz eines Wikis interessant. Bei einem klassischen CMS verwalten ausgewählte Redakteure die Inhalte. Beim Wiki hat jeder Zugriff und alle verwalten die Inhalte gemeinsam im Team. Was im Team von Vorteil ist kann für eine klassische Website von Nachteil sein. Hier kann es schnell zu rechtlichen Problem führen da der Betreiber der Seite für die Inhalte verantwortlich ist.
Es gibt eine Vielzahl an Lösungen und auch eine Vielzahl verschiedener Lösungsansätze. Eine gute Analyse der Anforderungen ist notwendig um die richtige Service Kombination zusammenzustellen die für die gewünschte Website oder das Team passt. Ein Start mit der falschen Kombination kann anschließend nur schwer korrigiert werden. Hier ist Erfahrung notwendig. Vertrauen Sie einem externen Berater der ihre Prozesse von außen betrachten kann und ihnen dann die passenden Services für Sie zusammenstellt.

Web 2.0 am Arbeitsplatz
Der Begriff Web 2.0 steht aber nicht nur für die Gestaltung einer Website. Es gibt auch Services mit denen bislang eingesetzte Programme auf einem Computer ersetzt werden sollen. Der Vorteil liegt darin, dass der Zugriff auf diese Services (Applikationen) von jedem beliebigen Computer möglich ist solange er an das Internet angebunden ist. Der Zugriff auf die eigenen Daten ist so von überall möglich. Google bietet beispielsweise eine umfangreiche Sammlung an solchen Services die kostenlos bereitstehen. Eine komplette Office Umgebung mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und integrierter Präsentationssoftware steht bereit inkl. gemeinsamem Zugriff im Team. Im Team kann damit gemeinsam an einem Dokument gearbeitet werden. Der lästige zeitraubende Versand von Dokumenten zur Abstimmung ist nicht mehr notwenig. Diese Lösung kann im Rahmen von Google Apps auch für die eigene Domain eingesetzt werden inkl. einer kompletten Emailumgebung mit Webmailer und einem Wiki. Für die Verwaltung von Fotos und Videos gibt es die bereits erwähnten Lösungen Picasa Webalben und YouTube. Neben diesen Google Lösungen gibt es natürlich noch eine Vielzahl anderer Lösungen verschiedener Anbieter. Einige davon kostenlos verfügbar andere gegen Gebühr.
Ob diese Lösungen mittelfristig die bisherigen Lösungen auf dem eigenen PC ablösen bleibt die Frage. Langfristig wird auf diese Weise das Internet der Computer. Alle Daten und auch Applikationen – sprich Services – sind dann online verfügbar. Die Bandbreite ist heute durch DSL bereits vorhanden. Es bleibt abzuwarten wann diese Vision zur Realität wird oder auch nicht. Es ist aber auch klar, dass dadurch ganz neue Probleme auf uns zu kommen. Die Kriminalität im Internet wird weiter steigen und IT Security wird zu einem immer wichtigeren Thema auch für Privathaushalte. Der klassische Virenscanner reicht da bei weitem nicht mehr aus.
